Remonstration
Allein die allgemeine Unzufriedenheit mit einer Note ist kein Beschwerdegrund. Ein Widerspruch muss schriftlich begründet werden. Ihm kann nur abgeholfen werden, wenn du einen Bewertungsfehler nachweist, das heißt, wenn deine Arbeit nicht nur besser bewertet werden könnte, sondern auch besser bewertet werden musste. Anzeichen für eine fehlerhafte Bewertung könnten z. B. unzureichende Randbemerkungen oder fehlende Kritik der Korrektoren am Ende der Arbeit sein. In der Remonstration ist objektiv auf die Bemerkungen der Korrekturassistent:innen einzugehen. Je mehr „Widersprüche” des Korrektors sachlich nachvollziehbar dargestellt werden, desto größer sind die Erfolgschancen. Dabei sollten die einzelnen Kritikpunkte, auf die du eingehen möchtest, klar gegliedert werden.
In der Remonstration werden die vom Korrektor beanstandeten Probleme nacheinander unter Angabe der entsprechenden Stelle in der Arbeit dargestellt. Nach jedem geschilderten Kritikpunkt sollte der Erwartungshorizont für den konkreten Prüfungsschritt dargelegt werden. Anschließend begründest du, warum gerade deine Arbeit dem Erwartungshorizont entspricht. Hierdurch zeigst du, dass du die durchschnittlichen Anforderungen zumindest erfüllst. Um eine bessere Note zu erreichen, musst du begründen, warum deine Leistung die durchschnittlichen Anforderungen übertrifft. Dabei kann es ratsam sein, auf Literatur zu verweisen.
Bei der Remonstration ist es wichtig, auf sprachliche Richtigkeit und die äußere Form zu achten. Deine korrigierte Arbeit muss der Remonstration beigefügt sein.
Frist
Gemäß § 10 Abs. 2 ZwPO sollte eine Ausschlussfrist von einer Woche ab Erhalt der Klausur/Hausarbeit eingehalten werden.
SO KANN EINE REMONSTRATION BEGINNEN
„Sehr geehrte Frau/Herr Prof. Muster, ich darf das korrigierte Exemplar meiner Hausarbeit an Sie zurückreichen. Ich halte die Bewertung für sachlich nicht gerechtfertigt und daher in der Notenstufe zu niedrig.“
SO KANN SIE ENDEN
„Nach alledem darf ich Sie daher freundlichst bitten, die festgesetzte Notenstufe nochmals einer kritischen Prüfung zu unterziehen.“
Mehr erfahren
Ausführliche Informationen zum Remonstrieren findet ihr im Leitfaden von Prof. Dr. Michael Germann.